05.11.2010 - 06.02.2011
Der Leningrader Fotokorrespondent Nikolaj I. Chandogin (1909–1989) gehörte zu den wenigen Fotografen, die während des sowjetisch-finnischen Winterkrieges 1939/40 in Karelien fotografierten. Dabei entstanden seltene Aufnahmen von diesem weitgehend unbekannten Krieg.
Mit dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 war Chandogin erneut der Roten Armee als Kriegsfotograf zugeteilt. In der Ausstellung werden neben Bildern von der Front und vom Kriegsalltag im Leningrader Gebiet, in Estland sowie in Karelien seine beeindruckenden Aufnahmen von Leningrad gezeigt. Die Stadt war von September 1941 bis Januar 1944 durch deutsche und finnische Truppen belagert und nahezu vollends von ihren Lebensadern abgeschnitten. Chandogins Augenmerk richtete sich besonders auf das Sterben und Überleben der Einwohner der zweitgrößten sowjetischen Metropole unter den unmenschlichen Bedingungen der Blockade.
Nach dem Krieg arbeitete Chandogin für die Zeitschriften "Sowjetunion" und "Ogonjok".